Stiftung Trudi Demut und Otto Müller

Trudi Demut (1927-2000)

Schülerin und Lebensgefährtin Otto Müllers, gebildet, sensibel, weltoffen und engagiert, hatte es nicht eilig, ihre Eigenständigkeit unter Beweis zu stellen. Ihr strenges, weitgehend abstraktes Frühwerk in Stein und Gips bzw. Bronze/Messing, entstand unverkennbar unter Müllers Einfluss, lässt aber bereits den Hang zur organischen Entwicklung der Formen erkennen. In den sechziger Jahren begann Demut zu malen und liess sich mit dem Pinsel auf eine elementare poetische Bildsprache ein, in der sich einzelne Zeichen und Figuren mit der Selbstverständlichkeit von Traumbildern artikulieren. Die Öffnung zum Irrational-Poetischen hin wirkte sich auch auf ihre Plastik aus, die sich bei einer höchsten Konzentration der Mittel mit mythischem Inhalt füllte: Tische mit den Beinen von Insekten und hügelartigen Ausstülpungen, gehörnte und geflügelte Wesen auf hohen, dünnen Stäben, das Einhorn, Ikarus und der Kentaur, aber auch ein verpuppter Baum oder eine flammende Insel. Trudi Demut, die nichts von «Frauenkunst» hielt, mit einer Meret Oppenheim oder Louise Bourgeois aber mehr gemein hatte als mit manch männlichem Kollegen, vertraute der sanften Selbstbe-hauptung und verlieh ihren Figuren eine fragile Würde und eine von Melancholie gestreifte Heiterkeit. Mehrere Werke von ihr stehen im öffentlichen Raum. Mit der Brunnenanlage auf dem Zürcher Werdplatz ist ihr ein gerade in seiner Bescheidenheit faszinierendes Monument gelungen.

Biographie Trudi Demut (PDF, 180 KB)